Kurz vor dem 8. März fand bayernweit die U18-Wahl des Bayerischen Jugendrings statt. Und die Ergebnisse liefern ein klares Signal für die Debatte um das Wahlalter im Freistaat: „Jugendliche wollen mitentscheiden, und sie tun es demokratisch“, sagt Stefan Bauer, bayerischer Landesvorstand des Fachverbands Mehr Demokratie e.V. In vielen anderen Bundesländern dürfen Jugendliche an Kommunal- und auch an Landtagswahlen teilnehmen. Auch bei der Europawahl waren 16- und 17-Jährige involviert; bundesweit, also auch in Bayern. „Wer bei der Europawahl abstimmen kann, der sollte es auch bei der Kommunalwahl dürfen“, so Bauer.
An der Wahlsimulation für Unter-18-Jährige beteiligten sich mehr als 30.000 junge Menschen. Bei den Wahlergebnissen lagen CSU und SPD vorn, Grüne und Freie Wähler folgten dahinter. Trotz der hohen Beteiligung, der stabilen Wahlergebnisse und des Vorbilds der meisten anderen Bundesländer hält Bayern am Wahlalter 18 fest – bei Landtags- und Kommunalwahlen ebenso wie bei Volks- und Bürgerbegehren und Volks- und Bürgerentscheiden. Im Ländervergleich gehört Bayern damit weiter zu den fünf Ländern ohne aktives Wahlrecht ab 16 auf Landes- oder Kommunalebene.
Dabei ist der Schritt längst erprobt. Bei der Europawahl 2024 durften 16- und 17-Jährige in ganz Deutschland erstmals wählen – auch in Bayern. Und Baden-Württemberg hat das Wahlalter für die Landtagswahl 2026, die just am selben Tag, dem 8. März, stattfand, auf 16 Jahre gesenkt. Die Fachdebatte verweist zudem darauf, dass eine frühe Wahlteilnahme die politische Beteiligung fördern kann. „Bayern sollte seine Rechtslage jetzt fortschrittlich angleichen“, so Bauer, „gerade weil so viele aktuelle Krisenentscheidungen vor allem junge Menschen betreffen werden.” Ein erster Schritt dahingehend könnte die Absenkung des Mindestalters zur Einreichung und Unterstützung eines Bürgerantrags auf Kommunalebene sein.
++ Hintergrund
Ergebnisüberblick der U18-Wahl in Bayern:
https://www.bjr.de/u18-ergebnisse-2026
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