Gerd Hoffmann - ein Nachruf

Am 20. April 2018 verstarb völlig unerwartet unser aktiver Landesvorstand Gerd Hoffmann. Er wurde 67 Jahre alt. Am Vorabend seines Todes teilte er in den social media noch für ihn wichtige Themen und auch an diesem Abend - wie so oft - ein schönes Bild von Bayern mit einem Gruß zur guten Nacht. Nach seinem letzten Post ging er ins Bett und wachte nicht wieder auf.

 

 

Kennengelernt habe ich Gerd vor knapp 10 Jahren auf einer Jahrestagung von Mehr Demokratie e.V. Er kam, um sich sein neues Wirkungsfeld anzusehen, denn er plante als aktives CSU-Mitglied aufzuhören. Es zeigte sich schnell, dass Gerd sehr aktiv war. Er gründete eine Regionalgruppe in Memmingen, wurde bald in den Landesvorstand von Mehr Demokratie Bayern gewählt und arbeitete dort zuerst einmal eine Satzung aus, die bis heute gültig ist.

Er war aktiv im bayerischen Bündnis für Informationsfreiheit, war Mitbegründer einiger Stopp-TTIP-Bündnisse und plante - ganz aktuell für den Sommer - ein Demokratie-Fest in Memmingen zu den 12 Bauernregeln, die als erste Niederschrift von Menschen- und Freiheitsrechten in Europa gelten. Auch dafür initiierte wieder ein Bündnis, diesmal für Demokratie und Menschenrechte.

Auch viele Aktive in unserem Verein erfuhren seine Unterstützung. Durch die Bündnisarbeit wirkte er mit Rat und Tat auch weit darüber hinaus.

Gerd war sehr belesen, kannte sich gut in Geschichte aus und wusste viel über Spanien. Zuletzt diskutierte er noch leidenschaftlich über Katalonien.Seine Stärke war es Menschen zusammen zu bringen, er hatte Kontakte in alle Parteien und in viele Organisationen. Er reiste viel in Bayern umher und initiierte Bündnisse. Oft rief er im Büro an um von seinen Aktivitäten zu berichten und ein wenig über die politische Lage zu plaudern. Er freute sich, wenn wir Zeit und ein offenes Ohr für ihn hatten, er lachte viel, zeigte sich stets kämpferisch (die „Großkopferten“) und schloss gerne mit seinem Lieblingsausspruch „das ist ja ganz hervorragend!“.

Gerd musste nicht an erster Stelle stehen, ihm war es wichtig Dinge ins Laufen zu bringen. Wenn es gar nicht anders ging konnte er auch mal ganz vorne stehen und so war es auch bei der ersten Stopp-TIPP Demo in München. Es wurden so etwa 3000 Menschen erwartet, Gerd hatte eine Rede vorbereitet. Letztlich sprach Gerd dann vor 19.000 Menschen. Seine engagierte Tätigkeit war eine wichtige Säule für Mehr Demokratie Bayern.

Was Gerd nicht nötig hatte, war hinter dem Rücken über andere zu reden. Er war integer, äußerte Kritik direkt und sparte auch nicht an Verständnis und Lob

Er war sparsam, reiste lieber länger, konnte dafür aber das Bayern-Ticket nutzen und freute sich, wenn es Kaffee gab. Den einzigen „Luxus“ auf den er bestand waren Sektgläser, um mit Neumitgliedern anzustoßen zu können.

Beim Nachdenken über Gerd blitzt bei mir noch einmal seine innere Schönheit auf: er war fast immer positiv gestimmt, war offen für Neues, er stand für die Sache ein auch wenn es mal Widerstände gab. Er war kritikfähig und in ruhigen Minuten (bei einem Bier nach einer langen Sitzung) zeigte er auch mal seine empfindsame Seite, seinen inneren Antrieb.

 

Er wird fehlen und mich gleichzeitig daran erinnern vor allem auf die lichten Seiten im Menschen zu schauen. Danke Gerd! Mach´s gut!